Die Einfachheit des Seins

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Story

In 2006 lief ich den Jakobsweg und in im Jan-März 2007 schrieb ich das Buch täglich 5-6 h an 12 Wochen lang. Ich wollte es in 2007 schon vermarkten, nicht wegen dem Geld oder dem Ruhm, sondern um die Menschen zu Nachdenken anzuregen.

Erst gab ich es Freunden, Bekannten und Unbekannten zum Lesen. Diese fanden das Buch mehr als spannend. Siehe anbei die Leserstimmen.

Von 25 angeschriebenen Verlagen bescheinigten mir über die Hälfte es wäre ein ausgezeichnetes Buch, jedoch wollte es damals niemand verlegen, denn Hape Kerkeling´s Buch „Ich bin da mal weg“ dominerte den Markt. Mein Buch hat zwar auch den Jakobsweg als Thema, aber er ist hier nur eine Metapher, ein roter Faden. Vielmehr geht es in meinem Buch um Erfahrungen und Lebensphilosophien, welche zum Nachdenken anregen sollen.

2016 um Weihnachten habe ich die Verlage wieder angeschrieben und bekam 6 Verlagsangebote worauf ich mich im Frühjahr 2017 für Paramon entschied. Im November ist es dann erschienen und im März 2018 habe ich es auf der Buchmesse in Leipzig vorgestellt.

Link Amazon: Tin Pohl – Die Einfachheit des Seins

Produktinformation

  • Herausgeber : Paramon (14. November 2017)
  • Sprache: : Deutsch
  • Taschenbuch : 230 Seiten
  • ISBN-13 : 978-3038303657

Probekapitel

Gibt es noch Hilfsbereitschaft unter den Menschen?

  1. August 2006 Dresden – Mallorca – Bilbao – Burgos (3.000 km)

Die ganze Nacht hatte ich nicht geschlafen, weil ich so aufgeregt war einmal allein loszuziehen und wegen meiner tierischen Flugangst. Ich bin zwar schon geflogen, aber da war immer jemand dabei, so dass ich nicht allein hätte sterben müssen. Naja, dies war wahrscheinlich die Angst vor dem Loslassen. Und heute wird man ja auch geprägt, dass immer alles perfekt sein soll und somit immer kontrolliert werden muss, sowie dass man ständig kontrolliert wird. Da ist es sicher kein Wunder, dass man auch ein Kontrollfreak wird und Angst hat einmal loszulassen.

Mein sorgenvoller Papa holte mich gegen 8:00 Uhr morgens ab und brachte mich nach Dresden auf den Flughafen. Nach einem kurzen und schnellen Abschied checkte ich ein, nahm noch einen Kaffee und eine Angstzigarette in der Wartehalle mit, und wankte zum Sterben bereit in die Boing 747-800 von Air-Berlin. Beim Start krampfte ich mich ganz schön am Sitz fest und während des Fluges streichelte ich ca. aller 20 Minuten das Flugzeug mit meinen verschwitzten Händen an der Innenseite, wo ich saß. Bei der Landung in Mallorca verstärkte ich meine Bemühungen um die Boing und klopfte immer leicht beruhigend von innen gegen die Bordwand bis sie aufsetzte.

Geschafft, hurra ich lebe noch, genauso habe ich mich gefühlt, als ich aus der Maschine stieg. Aber sofort musste ich mir eingestehen, dass ich in knapp 2 Stunden wieder Angst haben durfte, dann  ging es weiter mit Air- Berlin nach Bilbao. Dieser Flug lief ähnlich ab, nur dass es ein Airbus A 320 war und die Landung in Bilbao über dem Baskenland mit extremen Seitenwinden verbunden war, so dass ich dachte, jetzt ist es soweit. Aber ich kam wieder heil runter und schlenderte aus dem Flugplatz mit meinem Rucksack zur Mietwagenstation von AVIS. Mittlerweile war es 17:30 Uhr.

Als ich dann meinen Mietwagen kurz und bündig übernommen hatte, fuhr ich in Richtung Burgos davon. Knapp 180 km lagen vor mir und die Station zur Abgabe des Wagens war irgendwo mitten in Burgos, also in einer für mich fremden und großen Stadt. Als ich gegen 19:45 Uhr dort aufschlug, war ich total überrascht wie groß die Stadt wirklich war. Ich schätz einmal 15 km lang und 4 km breit und in der Mitte entspringt kein Fluss, sondern er fließt dahin. Nachdem ich nun mehrmals durch die ganze Stadt gegondelt war und keine Station zur Abgabe des Wagens finden konnte, hielt ich vor einer kleinen Kirche an. Dort stand ein typischer älterer Spanier im braunen Anzug da, mit der Hand im Jackett wie Napoleon. Da ich kein Spanisch konnte und er weder Englisch noch Deutsch verstand und ich ihm immer wieder meine Mietwagenbuchung mit der Abgabeadresse unter die Nase hielt, stieg er einfach mit in mein Auto und lotste mich an das andere Ende der Stadt. Unglaublich, da hatte ich plötzlich einen wildfremden Scout in einer fremden Stadt in meinem Wagen und der zeigte mir den Weg genau zur Abgabestation. Dort gegen 20:30 Uhr angekommen war ich überglücklich und ich drückte erst einmal meinen fremden Führer. Ich bedankte mich und wollte ihm wenigstens den Bus oder das Taxi zurück bezahlen. Aber er wollte nichts von mir! Im Gegenteil er drückte mir mit Händen und Füßen aus, dass es ihm eine Ehre war einem Pilger zu helfen und ich sollte für ihn in Santiago de Compostela ein Gebet sprechen. Ich kam mir vor wie ein Heiliger und war sehr verwundert über die Hilfsbereitschaft, welche ich von zu Hause nicht so gewöhnt war. Aber es sollte noch verrückter werden.

Nach dem ich die Unterlagen und den Schlüssel in den Briefkasten von AVIS gesteckt hatte, machte ich mich mit meinen 8,3 kg (mein Rucksack) auf die Socken. Ich wusste, dass die von mir ausgesuchte Herberge „El Paral“ gegen 22:00 Uhr schließt und am Ende der Stadt lag. Leider lief ich genau in die falsche Richtung auf der Calla Vitoria. Ich lief nicht in Richtung Santiago, sondern genau in die Gegenrichtung. Als ich so ziemlich an dem einem Ende der Stadt war, hatte ich das Gefühl nicht richtig zu sein. Es ähnelte überhaupt nicht mehr der Beschreibung in meinem schlauen Reiseführer und ich war langsam so ziemlich fertig und war ja auch noch knapp 4 km durch die Stadt gelaufen. So ging ich ins Polizeirevier auf der anderen Straßenseite.

Wieder ein älterer Mann, welcher weder Englisch noch Deutsch verstand. Aber er hatte viele Sterne auf seiner Uniform und hieß Ferdino und war so was wie der Chef der Polizeistation. Ich übersetzte ihm mit meinem kleinen Reisewörterbuch ins Spanische, dass ich Peregrino (Pilger) bin und die Albergue (Herberge) „El Paral“ suche. Da wir uns nur sehr schwer verständigen konnten, ging Ferdino einfach mit auf die Straße und hielt den Bus an. Er erklärte dem Busfahrer, welchen er offensichtlich kannte, wo ich hin will. Ich war wieder einmal gerührt und fing fast an zu weinen, als ein junger Spanier auch noch einen Busfahrschein für mich löste und ihn bezahlte. Fünf Stationen weiter schrieb mir die gute Busfahrerseele einen Zettel für den nächsten Bus, mit den Notizen für die nächsten 5 Stationen und einer kurzen Wegbeschreibung von der letzten Station zu Fuß zur Herberge.

Da stand ich also an der Bushaltestelle und wartete auf meinen nächsten Bus, welcher mich 5 Stationen weiter bringen sollte. Nun war es auch schon 21:30 Uhr und ich hatte kaum eine Chance die Herberge vor Schließung noch zu erreichen. Es fing an zu regnen und es wurde auch langsam kalt. Zu meinem Entsetzen hielt dann plötzlich ein Polizeiauto vor der Bushaltestelle und zwei Beamte stiegen aus und kamen direkt auf mich zu. Ich dachte „Scheiße jetzt wirst du auch noch verhaftet“.

Doch es kam wieder anders. Der jüngere Polizist sprach mich auf Englisch an und fragte „You Tin from Germany?“ Ich antwortete mit „Yes“. Er erklärte mir dann in Englisch, dass ihn Ferdino, sein Chef, schickt und ich nun mit dem Polizeiwagen zur Herberge gebracht werde. Daraufhin liefen mir dann ein paar dicke Kullertränen die Wangen herunter, ich war vollkommen überfordert mit dem was hier auf dem Jakobsweg, auf dem ich mich gerade noch nicht wissend befand, so alles passiert. Gefasst stieg ich dann hinten in den Polizeiwagen ein, zu meiner Belustigung waren die Sitze aus Hartplaste, die Scheibe im Innenraum nach vorn war vergittert und es gab keine Hebel oder Kurbeln, um die Seitenscheiben, noch die Türen, von innen zu betätigen.

Fast vor der Herberge setzten mich meine beiden Polizeiengel ab und wir machten noch einen kleinen englischen Plausch. Nach einem herzlichen Abschied lief ich noch über die Straße und 150 Meter in einen Park direkt an die Herberge „El Paral“, es war genau 22:00 Uhr. In der Herberge wartete man bereits auf mich, denn Ferdino hatte auch noch angerufen, falls es später bei mir werden würde. Dies wurde mir gleich von der Herbergsleitung verkündet.

Leider war die Herberge voll und ich musste mit ca. 50 – 60 anderen Pilgern in der Turnhalle des Sportcenters auf der anderen Straßenseite schlafen. Mir war das aber völlig egal, weil ich fix und fertig von den Strapazen des Tages war. Ich trank noch etwas Leitungswasser, aß drei leckere aber trockene Müsliriegel, rollte meine Isomatte und meinen Schlafsack auf dem Turnhallenfußboden aus und versuchte zu schlafen. Zu meinem Leid regnete es sehr stark und das gewölbte Plexiglasdach machte solche starken Geräusche, dass ich im Resonanzraum (Turnhalle) unmöglich auch nur ansatzweise schlafen konnte. Ich denke dies ging dort meinen Pilgerkollegen ebenso und so lagen wir eben alle bis kurz vor Sonnenaufgang wach.

Leserstimmen

„Mittags angefangen zu lesen und bis zum Abend durchgelesen, konnte einfach nicht aufhören und war gefangen darin.“

Silke

„Ich war total berührt – habe gelacht und geweint beim Lesen.“

Diana

„Ein kritischer Blick auf unsere Gesellschaft und unsere heutige Lebensform und –art. Hier wird für Jeden etwas angesprochen.“

Rico

„Gelungen und schön, regt an zum Nachdenken für eigene Gedanken und Träume.“

Anne

„Danke für dein Vertrauen, dass ich vorab dein Manuskript lesen durfte. Obwohl ich ja nicht so die Leseratte bin, hat es mich derart gefesselt, so dass ich es in wenigen Tagen ausgelesen habe. Ich habe herzhaft gelacht und viele Stellen haben mich sehr berührt.“

Maik

„Du weißt ja wie es ist, wenn man ein richtig gutes Buch gelesen hat. Man legt es zur Seite und denkt sich traurig, schade, schade, schon vorbei…“

Heike

„Ich habe es förmlich genossen die Geschichte zu lesen. Sie hat mich berührt, aber ich durfte auch oft herzhaft lachen.“

Susi

„Kurz gesagt, bin ich den ganzen Weg beim Lesen mit dir im Buch gegangen und habe mir die Menschen, welches du getroffen hast bildlich vorgestellt.“

Franz

„Dieses Buch regt an und inspiriert, selbst einmal über seinen Lebensweg nachzudenken.“

Kerstin

„Ein Buch was mich sehr inspiriert hat. Ich war ganz schnell gefangen in deiner Gefühlswelt, den unvergesslichen Begegnungen und Erlebnissen, deinen Ängsten und den zutiefst berührenden Glücksmomenten. Ich war mittendrin, war selbst auf dem Weg.“

Steffi